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Fünf Generationen, ein Betrieb

Ein Bericht der Heilbronner Stimme

Einladung 100 Jahre Scheu

Aus der Schmiede Scheu wurde in 100 Jahren ein modernes Unternehmen mit drei Standbeinen

Von unserer Redakteurin Yvonne Tscherwitschke
Das älteste Werkzeug im Betrieb Scheu in Bitzfeld ist ohne Zweifel die Radreifmaschine, die schon auf der Inventarliste von 1906 vermerkt ist. Sie hat den Namenswechsel von Baier zu Scheu 1919 mitgemacht, seit Jahren aber ausgedient. Außer, Manfred Scheu hat sie jüngst gebraucht, um seinen handwerklich begabten Enkel bei dessen Seifenkistenbau zu unterstützen. Die Radreifmaschine steht dafür, wie sich das Unternehmen in 100 Jahren verändert hat: von der Schmiede hin zu einem modernen Betrieb, der auf drei Standbeinen steht.
Wandel
Früher, weiß Marco Scheu (47), der mit seinem Bruder Michael (39) und Vater Manfred (71) das Unternehmen führt, kamen die Landwirte mit ihrer ramponierten Pflugscharte und das Ackergerät wurde in der Werkstatt repariert. Heute werden Bäder gebaut, Heizungen installiert, Dächer gedeckt, Solaranlagen montiert, ganze Umbauten betreut.
Auch seit Anfang an dabei ist der Amboss. „Unser Senior hat das Schmieden noch im Blut“, sagt Marco Scheu. Den Rhythmus, wie der Hammer auf das glühende Stück Eisen fällt, das Auge für die Temperatur, die anzeigt, wie lange das Werkstück bearbeitet werden kann. Der richtige Moment, zum Kühlen im Wasser. Das letzte Schmiedefeuer, erinnert sich Marco Scheu, hat in den 1980er Jahren in der Werkstatt gebrannt. Ob es heute noch ein Werkzeug gibt, das alle Mitarbeiter täglich in der Hand haben? Marco Scheu überlegt. Das Handy, klar, das brauchen alle, immer. Das Auto auch. Dann ist da noch der große mobile Kran. Auch den nutzen alle Gewerke im Haus, sagt Schau. 800 Kilogramm schwere, freistehende Badewannen werden damit ins Penthouse gesetzt, Ziegel und Photovoltaikplatten nach oben gehievt, große Metallteile für Treppen und Gelände an die richtige Stelle gesetzt.
Denn längst macht die Firma Scheu mehr als Schmiedearbeiten oder landwirtschaftliche Anhänger. Mit den Jahren, erklärt Marco Scheu, entwickelte sich das Unternehmen weiter. Zur Schmiede kam die Flaschnerei und die Installation. In der Metallbearbeitung werden Carports gemacht, Stahltreppen, Geländer.
Die Installation macht Bad, Heizung, Solar, Kaminöfen und immer mehr im Bereich der regenerativen Energien. Die Flaschnerei macht Regenrinnen und Kaminverwahrungen und dank des Zimmermanns im Betrieb auch ganze Dacheindeckungen. „Mittlerweile bieten wir Komplettrenovierungen an“, sagt Marco Scheu. Deshalb wurde das nun 30 Köpfe zählende Team ergänzt um Fliesenleger und Badplanerin. „Gern würden wir noch mehr Leute einstellen“, sagt Marco Scheu. Deshalb arbeitet das Unternehmen eng mit Schulen zusammen, um jungen Menschen für Ausbildungsberufe zu interessieren. Lehrberufe, die auch in Zukunft gefragt sind: „Durch unser Tun tragen wir dazu bei, 400 Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr zu reduzieren“, verweist Marco Scheu auf die regenerativen Energien und energetischen Sanierungen. Auch beim eigenen Tun. So wird das neue Bürogebäude komplett aus Holz und Lehm gebaut.
Und wie ist es, wenn die ganze Familie zusammen arbeitet? Fliegen da nicht ab und an die Funken? Marco Scheu grinst: „Jeder hat seinen Bereich, den er verantwortet“.
Anspruch
Und wie sagte es ein Mitarbeiter beim großen Jubiläumsfest: „Der Senior ist der Boss, Marco und Michael die Chefs.“ Doch egal ob Boss oder Chef: „Wir haben den Anspruch, höchste handwerkliche Qualität zu liefern, da sind wir uns einig. Diskutiert wird über den Weg dahin.“ Oft auch dann, wenn Marco und Manfred Scheu radeln oder Michael und Manfred fliegen.

Bildinformation: Marco, Michael und Manfred Scheu (von links) am Amboss.Fotos: privat

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